Augenprobleme ohne Ende
Hallo, ich heiße Gitta, bin Ende 40 und komme aus NRW, mitten aus dem Ruhrgebiet. Seit meiner Jugend habe ich unter ständig wiederkehrenden Augenentzündungen gelitten. Manchmal hatte ich mehrere Schübe im Jahr, manchmal auch ein Jahr Ruhe, aber es kam immer wieder. Vor 11 Jahren war dann mein rechtes Auge blind. Makulaforamen, starke Hornhauttrübung. Das linke Auge hatte noch 100 Prozent und man sagte mir, dass ich damit noch genauso weiterleben und arbeiten gehen kann, denn ich gelte als 100 Prozent sehfähig. Im Büro hab ich niemanden davon erzählt, und ich quälte mich durch die Aufgaben. Es wurde immer schwerer dem Leistungsdruck gewachsen zu sein und mein linkes Auge schaffte es nicht mehr und die Sehkraft viel innerhalb von 1 Jahr von 100 auf 20 Prozent ab. Ich wollte kündigen, mir passierten nur noch Fehler, weil ich die Zahlen nicht mehr erkennen konnte. Dann schicke man mich zu Kur nach Thüringen. Ich verbrachte dort 6 Wochen und wurde gut stabilisiert, aber meinen Beruf musste ich endgültig aufgeben. Einige Jahre hielt sich mein linkes Auge stabil. Dann wurde es immer weniger und man versuchte Ende 2006 eine Star-OP. Da die Hornhauttrübung auch auf dem rechten Auge sehr stark ist, war die OP schwierig. Es wurde festgestellt, dass mir eine Schicht der Hornhaut fehlt, eine Bowma-Membranschicht. Hornhauttransplantation ist nicht möglich, da man die neue Hornhaut nicht befestigen kann, sonst hätte ich vielleicht eine Chance gehabt besser zu sehen. Ende 2007 wurde das Auge schon wieder schlecht, das Sichtfeld durch Balkenbildung immer kleiner, zum Schluss hatte ich nur noch ein kleines Sichtloch. Dann, Mitte April diesen Jahres, war alles dunkel auf dem Auge. Sofort zum AA, der mich sofort als Notfall ins KH geschickt. Nach Ultraschalluntersuchung stellte man eine fast komplette Netzhautablösung fest. Sofort wurde eine Not-OP durchgeführt, um das Auge zu retten. Das Gel soll nach ein paar Monaten wueder entfernt werden. Mein Augendruck ist stark am schwanken, deshalb bin ich jede Woche zur Kontrolle beim AA. Nach der OP bekam ich eine Cortison-Therapie mit Tabletten verordnet, die mir sehr schlecht bekommen ist. Mein Blutzuckerspiegel fuhr Achterbahn und, als ob nicht alles schlimm genug gewesen wäre, landete ich in einem Unterzuckerungs-Koma, was man auf die Cortison-Reduzierung zurück geführt hat. Werden eigentlich viele Patienten nach Augen-OP mit Cortison therapiert oder bin ich da die Ausnahme> Ich hab schon Angst vor der Gel-Entfernung, dass mir so etwas wieder passiert. Gibt es hier auch Diabetiker, die Insulin spritzen und bei denen auch Probleme während einer Cortison-Behandlung aufgetreten sind>
Oh je, jetzt habe ich wohl einen zu langen Text geschrieben, aber einfach mal alles von der Seele reden tat mir gut. Und komisch, seit ich meinen Freundinnen mitgeteilt habe, dass ich jetzt blind bin, bleibt mein Telefon stumm. Man verliert immer mehr Kontakte, nur weil ich kein SMS mehr schreiben bzw. lesen kann. Zum Glück gibt es gute Computerhilfen und Vorleseprogramme.
Herzliche Grüße
Gitta