Augenprobleme ohne Ende
Liebe Gitta!
Eigentlich haben meine Vorredner schon alles Wichtige geschrieben, und ich kann mich eigentlich nur anschließen. Aber ich möchte mich dennoch gerne bei dir melden, um dir vielleicht etwas Mut zu machen>
Ich wurde in 1999 und 2001 Mutter von extrem frühgeborenen Jungen, die nach 6 bzw. 9 Monaten verstorben sind. Das Unmögliche und Undenkbare war zwei mal passiert, und zwar mir! Als ich wieder zurück in meinen Beruf ging - 14 Tage nach Sterben eines Kindes endet der Erziehungsurlaub automatisch, war an meiner Schule kein Platz mehr für mich und ich musste an eine Problemschule wechseln.
4 Jahre später hat sich der Vater meiner Kinder, mit dem ich 25 Jahre lang gelebt habe, von mir verabschiedet.
Als ich mich gerade wieder gefangen hatte, kam meine NHA und ich dachte: "Es ist in meinem Leben schon so viel passiert, und immer habe ich alles irgendwie geschafft, aber das ist jetzt zuviel. Ich kann nicht mehr."
Natürlich ging es weiter. Erst einmal - vor allem nach dem Tod meiner Söhne - fühlte ich mich total isoliert. Am Anfang riefen noch einige Menschen bei mir an, dann wurde es immer stiller. Keine Geburtstagseinladungen mehr, Silvesterabende, an denen ich um 22.00 Uhr ins Bett gegangen bin, weil ich es nicht aushalten konnte, alleine zu sein. Ich lernte nach einiger Zeit zufällig eine Frau kennen, die auch ein Kind verloren hatte. Mit ihr konnte ich mich austauschen, sie verstand, was in mir vorging. Das war der erste Schritt aus der Ausweglosigkeit und ich begann, auch ungefragt über meine Erfahrungen zu erzählen. Und es kristallisierte sich heraus, dass meine Mitmenschen froh waren, als ich endlich zu reden anfing. Viele meinten wohl vorher, dass sie mich schützen müssten. Ich hatte das nie so gesehen, ich dachte eher: Die sind feige, denken nur an sich.
Und bei allem, was danach noch an Schicksal kam, bin ich weiter so verfahren, alles, was mich belastet, offen anzusprechen und vor allem: ich frage um Hilfe.
So bin ich - wie du auch - auf das Netzhaut-Selbsthilfeforum gestoßen und bekomme dadurch ganz viel Mut und Hilfe.
Insgesamt habe ich mich durch das, was in den letzten 10 Jahren in meinem Leben geschehen ist, auf irgendeine Art "gehäutet". Ich bin dadurch auch dünnhäutiger geworden, vieles geht mir viel mehr unter die Haut als früher, aber ich bin auch offener und vor allem: dankbarer geworden.
Ob's dir hilft, was ich gerade geschrieben habe> Ich hoffe es sehr und drücke dich einmal ganz fest,
Astrid
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