Hallo liebe Mit-Leidende - Teil 1

Helmut, Wednesday, 23. July 2008, 14:22 (vor 6459 Tagen)
bearbeitet von Helmut, Wednesday, 23. July 2008, 15:13

Hab mich mal neu angemeldet, um die hier bemängelte Männerquote etwas nach oben zu schrauben ;-) Auf Grund meines recht konservativen Vornamens agiere ich in Foren üblicherweise mit einem Pseudonym, doch dachte ich mir, da die Thematik hier ja nicht gerade witzig ist, ist der reale Vorname doch persönlicher.

Auwei, ist das jetzt ein Roman geworden - wenn ich mich erstmal warmgetippt habe... Für die nicht ganz so detailverliebten hier die Kurzform: Ich 39, 2004 Kunstlinsen wegen grauem Star bekommen, jetzt NHA mit Cryo und Plombe, guten Tag.

Und wer ein bisschen Zeit und Lust zum lesen hat, hier ausführlich:
Also mein Name ist Helmut, ich bin 39 Jahre alt, wohne in Darmstadt und arbeite als Kundenbetreuer einer kleinen Software-Firma. Beginnend mit 10 Jahren entstand bei mir eine Kurzsichtigkeit, die sich zuletzt bis -8.5 Dioptrien entwickelte. Im Jahr 2004 bemerkte ich dann auf einmal zunehmend, kleine Sehverzerrungen auf einem Auge (ich glaube, das begann mit rechts), dachte mir zunächst nichts dabei bzw. ging von einer Verschlechterung der Myopie aus und bin doch schließlich mal zum Arzt. Welcher mir dann ganz lapidar erklärte:"Tja, das ist eine Linsentrübung, auf dem anderen Auge fängt die auch gerade an, da kann man nix machen, das muß operiert werden, ist aber kein Drama, da kommen dann einfach Kunstlinsen rein".
Was für den damaligen Augenarzt eine Lapalie war, war für mich erstmal schockierend: Grauer Star mit 35>>> Und ich hatte keinerlei Risikofaktoren, weder Diabetes, noch Kortison-Behandlung o.ä. und meine Hausärztin bestätigte mir beste Blut- und Stoffwechselwerte. Also: ein Rätsel für die Ärzte. Für mich auch, bis ich auf den Trichter gekommen bin, dass ich als Kind ein paar mal neugierig und vor allem blöd genug war, ohne Schutz direkt in die Sonne zu sehen. Ich gehe mal davon aus, dass der graue Star einfach ein Spätschaden der starken UV-Dosis gewesen sein mag.
Alsdann hab ich zunächst einiges alternatives ausprobiert weil ich mich mit dem Gedanken an die Operation nicht so recht anfreunden konnte (und auch ziemlich Angst davor hatte). Ayurveda bei einem Doc aus Frankfurt, Bates-mäßiges Augentraining bei einer älteren Dame aus Darmstadt, Augen-Akkupunktur bei einer Ärztin aus Darmstadt, Autosuggestionen...Half alles nix, die Trübungen wurden schlechter und so wurde ich schliesslich im Herbst 2004 bei Herrn Dr. Hessemer im Marienhospital in Darmstadt operiert. Vollnarkose, Aufwachraum, Dioptrien durch Intraokularlinsen auf -1.5 korrigiert, suuuper Sicht, alles prima. Ich war sowas von happy und erleichtert, das war der Wahnsinn, bin in Folge nach der OP richtig aufgeblüht.
In der Folgezeit hab ich quasi vergessen, dass ich überhaupt mal ein Problem mit den Augen hatte, bin lediglich alle 1/2-1 Jahre zur Routineuntersuchung gegangen. Netzhaut immer ok, Dioptrien haben sich nicht weiter verschlechtert, wunderbar.

Zwar wusste ich, dass ich durch die Myopie und die Kunstlinsen ein erhöhtes NHA-Risiko hatte, hab aber irgendwie immer gedacht, dass ist was, was mal so ab 50 Thema werden kann und dass man sowieso bei den Vorsorgeuntersuchungen rechtzeitig erkennen würde, wenn sich ein Löchlein bildet oder sowas. Hatte auch ziemliche Glaskörperflusen, die ich aber meist erfolgreich "ausblenden" konnte.
Soweit alles gut - bis an einem Samstag vor fast 2 Monaten. Ich war gerade mittags mit einem Freund in der Stadt shoppen, da plötzlich jede Menge Blitze im linken Auge und daraufhin schwimmen unzählige schwarzer Punkte im Blickfeld umher. Was passiert war, war mir sofort klar: akute Glaskörperablösung! Recht panisch verabschiedete ich mich von meinem verwunderten Freund um in Erfahrung zu bringen, welcher Augenarzt denn Notdienst hatte. Angerufen, soll gleich vorbeikommen.

Weitgetropft, untersucht: OK, Glaskörperablösung, leichte Einblutung aber nix dramatisches passiert, kein NH-Loch o.ä. zu sehen. Ich erstmal seeehr erleichtert heimgegangen. Es folgte die Woche darauf eine Kontrolluntersuchung, alles prima, kleine Blutpartikel haben sich mittlerweile aufgelöst, kein Defekt an der NH, kein Loch. Folgetermin für eine Woche später bekommen. Am (wiederum) nächsten Samstag bemerkte ich beim Duschen einen leichten, grauen, kreisförmigen Fleck links unten sehr in der Peripherie, also dort, wo man nix gescheit selbst erkennen kann. Ich gleich nervös geworden, wieder rausgesucht, wer Notdienst hat, eine andere Ärztin gerade unterwegs in die Praxis, soll so um 20.30 vorbeikommen.
Die Frau laut eigenen Worten alles genauestens untersucht, ist mit Lupe und Kontaktglas das ganze Auge 4x abgegangen, nix zu sehen. Wahrscheinlich sehe ich bloß irgendwelche Glaskörperflusen o.ä. Auch die Folgeuntersuchung in der darauffolgenden Woche blieb ohne Befund (außer, dass ich eine äquatoriale Netzhautdegeneration habe, die einen Risikofaktor darstelle und die man beobachten sollte). (geht weiter bei Teil 2)


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