Entscheidungshilfe

Gundula E., Sunday, 10. August 2008, 11:49 (vor 6435 Tagen)

Hallo, hier ist Gundula,
Ich bin heute vor einem Jahr das erste Mal operiert worden. Und dann in rascher Folge noch 3x hintereinander. In der Augenklinik Bonn.
Rechtes Auge durch Lasern: 100% Visus.
Linkes Auge: erst Gas, dann Öl, Öl wieder abgelassen, erneute Ablösung. Jetzt Öl seit fast neun Monaten im Auge. Restvisus 4% mit einem Pucker auf der Netzhaut.
Weil ich eine zweite Meinung einholen wollte, nahm ich Kontakt auf mit der Kölner Augenklinik. Das nahm mir meine AÄ übel, so dass ich den AA gewechselt habe.
Köln empfiehlt Cerclage links, gibt aber keine Prognose wegen Erhöhung der Sehfähigkeit. Mein AA, der sehr sorgfältig arbeitet, rät mir von einer weiteren Op ab, weil er glaubt, dass sie nicht den Erfolg bringt, den ich mir verspreche. Weil der Pucker auf der NH sitzt und das Auge zu Vernarbung neigt.
Nun habe ich einige Fragen an euch:
hat jemand Erfahrung mit Pucker auf der NH>
hat jemand Erfahrung, ob nach einer Cerclage die Doppelsichtigkeit zurückgeht oder sich mildern läßt.
Inwieweit kann ein Prismenglas helfen, obwohl ich nicht mit dem Auge fokussieren kann>
Ist das überhaupt eine Option>>
Fragen über Fragen, und ich weiß im Augenblick überhaupt nicht mehr weiter.
Ich habe einen nächsten Termin in Köln am 27.8. an der Uni-Augenklinik.
Vielen Dank im voraus.
Gundula

Entscheidungshilfe

rop @, Sunday, 10. August 2008, 21:55 (vor 6434 Tagen) @ Gundula E.

Hallo Elke,
ich habe mal eben nachgeschaut unter augen-forum.de. Anscheinend ist "Makula Pucker" ein Synonym für "epiretinale Gliose", also die Geschichte mit der Membran über der Stelle des schärfsten Sehens, die mit einer Membran - peeling-OP, entfernt werden kann.
Ich verstehe die Aussage der Ärzte so: Die Netzhaut an dem oft operierten Auge neigt eh zur Vernarbung, man weiß also nicht, wie die Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens gerade da auf den dann vierten Eingriff reagiert, ob das da auch vernarbt und dann wäre die Sehschärfe hinterher ja auch gering.

Das Gehirn sagt sich bei einer so großen Differenz der Sehleistung eh, ich sags mal lapidar - vergiss den Kram da auf der anderen Seite, uninteressant - und unterdrückt das Auge mit der schwächeren Sehleistung.
Von daher bringen auch Prismengläser nichts. Das Gehirn wird lernen müssen, die Leistung des führenden Auges vorzuziehen und das andere zu unterdrücken, zu ignorieren. Dann würden auch die Doppelbilder weniger werden oder wären weg.
Prismengläser würden ja keine Sehschärfe erhöhen, sie gleichen halt die Fehlstellung, den Schielwinkel aus und es soll so erreicht werden, dass die Doppelbilder verschwinden - aber wie auch immer, das Gehirn wird immer das führende Auge vorziehen.

lg rop

Entscheidungshilfe

Astrid, Monday, 11. August 2008, 21:44 (vor 6433 Tagen) @ Gundula E.

Hallo Elke!

Ich bin Betroffene wie du, und kein Fachmann. Daher ist alles was jetzt hier folgt nur eine Laieninterpretation.

Ich dachte auch, wenn endlich das Öl aus meinem Auge raus ist, dann sehe ich besser. Aber das stimmt nicht, so jetzt die einstimmige Meinung der behandelnden Ärzte. Das Öl macht den Blick trübe, es hat eine Brechkraft von 4 Dioptrin. Wenn die Netzhaut intakt ist, kann man das theoretisch durch ein Brillenglas ausgleichen. Aber auch nur dann!

Maßnahmen, wie das Anbringen einer Cerclage, oder wie du sagst eines Puckers (meinst du damit vielleicht eine Plombe>) haben mit der Sehfähigkeit nichts zu tun. Sie halten lediglich die Netzhaut fest und bewahren sie - soweit ich weiß - von einer erneuten Ablösung. Damit bleibt der status quo erhalten, aber für die Sehfähigkeit wird es dir vermutlich nichts bringen.

Das heißt aber nicht, dass eine solche OP nichts bringt. Sie erhält den Zustand, den du hast. Und den gilt es auf jeden Fall zu bewahren. Auch wenn dein krankes Auge mit 4 % Sehfähigkeit fast nichts mehr sieht, kannst du doch, z.B. beim Autofahren, Schatten sehen. Manchmal ist das sehr wichtig.

Ich wünsche dir gute Besserung,

Astrid

Entscheidungshilfe

Gundula E., Monday, 11. August 2008, 22:10 (vor 6433 Tagen) @ rop

Hallo, rop
vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Ich bin in einer richtigen Zwickmühle. Ich hatte mich eigentlich schon zu einer Op in der Uni Köln entschlossen, das wäre dann die 5., habe von dem Prof.auch die Adresse für den neuen AA bekommen, und ausgerechnet dieser ist anderer Meinung und rät mir von einer erneuten Op ab. Es ist einfach ätzend. Ich habe absolut keine Lust auf eine neue Op und trotzdem immer Angst, dass ich Sehkraft verschenke und nicht genügend tue. Es ist einfach nervig, und ich würde am liebsten gar nicht zu dem Prof in Köln gehen.
Andererseits möchte ich auch keinen Fehler machen und nichts versäumen.
Ich bin dankbar, dass es das Forum gibt und danke auch Astrid für ihre aufmunternden Worte.
Herzliche Grüße

Gundula

Entscheidungshilfe

K.H. @, Monday, 11. August 2008, 22:56 (vor 6433 Tagen) @ Gundula E.

Hallo !

Eigentlich verstehe ich nicht, wie in diesem Fall eine Cerclage helfen sollte, weder zur Vermeidung des Doppeltsehens noch des Problems einer Netzhautablösung, wenn sie sich nicht in dem Bereich befindet, in der die Cerclage eine Eindellung erzeugen kann.
Wenn Sorge besteht nach einer Operation, beispielsweise mit Mebranpeeling, könnten Narbenbildungen wieder zu Abhebungen führen, könnte die Cerclage vielleicht helfen, die Gefahr einer Abhebung zu reduzieren.
Unverständlich bleibt mir aber, wieso sie helfen sollte, wenn das sie als einzige Maßnahme ergriffen werden soll.

Bitten Sie die Ärzte um Erläuterung der Empfehlung.

MlG

K.H.

Entscheidungshilfe

Wolfram (DD), Dresden, Tuesday, 12. August 2008, 09:18 (vor 6433 Tagen) @ Gundula E.

Hallo Elke,
(Makula-) Pucker und epiretinale Gliose sind wohl das gleiche.

Warum eine Cerclage empfohlen wird, ist mir aber auch nicht so ganz klar. Sicher kann durch diese zirkuläre Eindellung eine gewisse Spannung am hinteren Augenabschnitt erreicht werden -> also rein mechanisch gesehen wird die NH etwas "straff gezogen" - aber eine Verbesserung der Sehfähigkeit bringt das nur in dem Maße, daß da eventuelle Falten in der NH "glattgezogen" werden.
Was das bei Puckern oder Membranen bringen soll, verstehe ich auch nicht.

Bei mir wurde 2 x ein membrane peeling gemacht - also die NH "glattgezupft" - ob das eine Verbesserung der Sehkraft brachte, wage ich zu bezweifeln. Auf alle Fälle stabilisiert es die NH, denn Pucker bzw. Gliose sind ja wieder "Problemfälle".

Daß eine Cerclage die Doppelsichtigkeit beeinflussen kann, könnte ich mir nur in mechanischer Hinsicht vorstellen, dürfte aber - wie rop schon schrieb - bei dem Visus keine so große Rolle spielen.
ABER: von Doppelsichtigkeit spricht man ja meist bei beidäugigem Sehen - Du hattest ja schon mal von Doppelbildern in einem Auge geschrieben (>)
Ich weiß nicht, ob so etwas vielleicht doch durch Cerclage oder Membranen auf der NH entstehen kann.

Zum Prismenglas: gleich Meinung wie rop.

--
herzliche Grüße aus Dresden
Wolfram

Entscheidungshilfe

Gundula E., Sunday, 17. August 2008, 11:23 (vor 6428 Tagen) @ Wolfram (DD)

Lieber Wolfram,

vielen Dank für Deine Einschätzung. Es ist klar, dass ich mich alleine entscheiden muß.
Aber die vielen Erfahrungen hier im Forum machen es mir doch ein wenig leichter.

Allen hier einen schönen Sonntag
Gundula

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