Bin ich Nachtblind?

Matthias08 @, Tuesday, 04. November 2008, 18:23 (vor 6350 Tagen)
bearbeitet von Matthias08, Tuesday, 04. November 2008, 18:29

Liebes Forum,

ich hatte ja schon berichtet, dass bei mir vor ca. einem halben Jahr eine epirentinale Gliose diagnostiziert wurde (im linken Auge, damals habe ich versehentlich "rechts" geschrieben). Die Sehkraft liegt aber noch bei 100%. Allerding sehe ich Linien schon deutlich verbogen (sowohl links als auch rechts, beide Augen zusammen korrigieren das dann wieder) und ich sehe im linken Auge, oben rechts eine helle weiße Linie, wenn ich blinzele oder bei Augenbewegung vor hellem Hintergrund. Außerdem sehe ich links, neben meinen ganzen Glaskörpertrübungen, auch noch beim Blinzeln helle Linien, die das Bild brüchig aussehen lassen ... ich vergleiche das mit einem alten Ölbild, bei dem die Farbe brüchig geworden ist. ...

Nun habe ich schon eine ganze Weile das Gefühl, dass ich irgendwie trüber sehe, mich schnell blenden lasse (z.B. der helle Computerbildschirm blendet unangenehm) und die Dunkeladaption schwerer ist als früher. Besonders jetzt an trüben Tagen fällt das auf. Nun hab ich auch noch in den letzten Tagen (besser Nächten) festgestellt, dass ich tatsächlich im Zentrum des schärfsten Sehens im Dunkeln (bei Restlicht) Schwierigkeiten habe etwas zu sehen, Kontraste zu erkennen. So fallen mir beim Herumschauen Dinge auf, auf die Restlicht scheint (z.B. ein Gefäss, in dem ein schwacher Lichstrahl relektiert wird) und wenn ich versuche es anzuschauen, es zu fixieren, sehe ich nichts (bzw. nur Bildrauschen). Und das ist auch nicht nur die Restblendung nach dem Lichtausschalten, sondern fällt mir auch auf, wenn ich nachts aufwache und die Augen an die Dunkelheit gewöhnt sein müssten. Im Hellen allerdings sehe ich ziemlich scharf, kann buchstäblich Staubkörner erkennen.
Nun meine Frage: Hat das etwas mit der epiret. Gliose zu tun, oder ist es "typische" Nachtblindheit oder muss ich mir andere Sorgen machen (Makuladegeneration)>. Was kann man tun (Vitamine etc.)>
Ich will eigentlich nicht schon wieder zur AÄ rennen, denn ich habe das Gefühl, dort schon "zu nerven", weil ich natürlich jetzt, seit der Diagnose, mein Sehvermögen öfter prüfe und meine Sorgen auch berichte und das meist recht schnell abgetan wird ...

Ich habe auch noch eine andere Frage: Ich wurde wegen der epiret. Gliose von meiner AÄ und von einer Augenklinik untersucht, beide haben von einer OP abgeraten, weil ich ja gut sehe. Allerdings frage ich mich, ob bei Fortschreiten der Netzhaut-Deformationen durch die Gliose nicht die Netzhaut dauerhaft geschädigt wird, so dass bei einer OP, wenn man wirklich schlecht sieht, dann auch nichts mehr zu retten ist. Was meint ihr> Wie seht Ihr die Risiko-Nutzen-Abwägung>

Vielen Dank, Grüße, Matthias

--
Herzliche Grüße,
Matthias

Bin ich Nachtblind?

KAtharina @, Camburg/Thüringen, Tuesday, 04. November 2008, 20:53 (vor 6350 Tagen) @ Matthias08

Hallo Matthias,
also, ich würde mit der ep. Giose auf alle Fälle noch warten. Operieren kann man ja immernoch wenn es wirklich schlimmer werden sollte.
Zu deinen Problemenmit Licht und Dunkelheit:
wie sieht es denn mit beginnenden Grauen Star aus>
Reagieren Deine Pupillen noch normal auf Lichteinfall>

--
Liebe Grüße
Katharina


Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht…

Bin ich Nachtblind?

Matthias08 @, Thursday, 06. November 2008, 21:54 (vor 6348 Tagen) @ KAtharina

Hallo Katharina,

.. beginnender grauer Star ... bin ich denn schon so alt :-( > Wie kann ich das kontrollieren bzw. was meinst Du mit "normaler" Reaktion> Ich fühl mich halt schnell geblendet. Die AÄ hat diesbezüglich nix gesagt. Komisch ist auch: Wenn ich das Gesichtsfeld testen lasse, ist es mir ganz unangenehm in die weiße Halbkugel reinzuschauen, sie belndet und insbesondere wenn mein rechtes Auge abgedeckt ist (das was vermeintlich besser sieht) dann wird das Weiß der Halbkugel immer wieder überblendet mit Dunkelheit. Es kommt mir so vor, als ob mein Gehirn verwirrt ist, weil es das Haupt-Sehsignal von rechts erwartet und da nur Dunkelheit ist und dass das dann überblendet ... aber das gehört eigentlich nicht zu Thema.
Also meine Oma hatte grauen Star und meine Mutter hatte auch schon OPs auf beiden Augen .. ist wahrscheinlich nicht so ganz ausgeschlossen, Deine Vermutung. Aber wie teste ich das>

Herzl. Grüße, Matthias

» Hallo Matthias,
» also, ich würde mit der ep. Giose auf alle Fälle noch warten. Operieren
» kann man ja immernoch wenn es wirklich schlimmer werden sollte.
» Zu deinen Problemenmit Licht und Dunkelheit:
» wie sieht es denn mit beginnenden Grauen Star aus>
» Reagieren Deine Pupillen noch normal auf Lichteinfall>

--
Herzliche Grüße,
Matthias

Bin ich Nachtblind?

KAtharina @, Camburg/Thüringen, Friday, 07. November 2008, 09:52 (vor 6348 Tagen) @ Matthias08

Guten Morgen!
Nach diversen Netzhaut-OPs ist man anfälliger für Sachen wie grauer Star. Das muss nicht unbedingt was mit dem Alter zu tun haben, sondern ist sicher z.T. Veranlagung. Frag doch Deinen AA einfach mal beim nächsten besuch, der kann das Sehen.
Gesuchtsfeldtest hasse ich, ich weigere mich mittlerweile es überhaupt noch zu machen. Furchtbare Untersuchung. Geblendet, irgendwelche Überlagerungen, das ist normal denke ich.
Mit den Pupillen meinte ich, dass es nach NH-OPs vorkommen kann, das die Pupille u.U. nicht mehr richtig oder langsamer auf Licht reagiert. Meine im linken Auge streikt komplett und reagiert gar nicht mehr.
Ich hoffe das hilft weiter.

--
Liebe Grüße
Katharina


Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht…

Gliose

Wolfram (DD), Dresden, Wednesday, 05. November 2008, 14:30 (vor 6350 Tagen) @ Matthias08

Hallo Matthias,
Zu Deinen ersten Fragen bezüglich Nachtblindheit bzw. Zusammenhang mit der Gliose würde ich - infolge der Vielgestaltigkeit der Symptome - bei Gelegenheit doch lieber den AA fragen.
Dort spielt wohl zu viel zusammen und ineinander, als das man hier etwas sagen könnte, was für Dich auch Beruhigung oder halbwegs brauchbare Laien-Diagnostik wäre.

Ich hatte schon viele Jahre vor den NHA den Eindruck, daß mein rechtes Auge (das damals bessere) in der Nacht bzw. Dunkelheit schlechter sieht. Aber dazu gab es keine Erklärung.

Zu Deiner epiretinalen Gliose:
Bei der Gliose lagern sich Zellen auf der NH-Oberfläche ab und können mit der Zeit eine Membran bilden, die u.U. an der NH zieht. So eine "Verziehung" bringt aber Sehstörungen mit sich und sicher wird Dein Auge auch in Bezug auf eventuelle NH-Risse und -löcher kontrolliert.
Bei Dir dürfte im Moment also noch gar keine "NH-Deformation" vorliegen - eben weil Du noch gut siehst.
Bei der OP wird dann diese Membran "abgeschält" oder "abgezupft".
Ich denke, daß im Moment eine Nutzen-Risiko-Abwägung eher sehr zugunsten des Risikos ausfallen würde.
Im Moment siehst Du gut - und wann (oder ob) sich eine Membran bildet, weiß niemand.
Außerdem wäre zu dieser OP eine Vitrektomie nötig und deren Risiken sind ja bekannt.

--
herzliche Grüße aus Dresden
Wolfram

Gliose

Matthias08 @, Thursday, 06. November 2008, 22:00 (vor 6348 Tagen) @ Wolfram (DD)

Ihr habt wohl recht, eine OP ist zu früh, es wär halt so schön, wenn nicht dieses Damokles-Schwert über einem schwebte ...
Allerdings scheint es ja Deformationen zu geben (die AÄ beschrieb mir, dass sie Linien - wie kleine Wellen - auf der Netzhaut sieht) und ich sehe ja auch verzerrt, was manchmal merkwürdig ist. Das Gehirn (eigentlich echt genial!) gleicht das ja immer aus, also mit beiden Augen zusammen seh ich gerade Linien. Aber am Bildrand scheint das nicht immer zu funktionieren, da kommt es mir manchmal vor, als ob der Bildrand wackelt, manchmal auch, als ob das ganze Sichtfeld erzittert, - aber vielleicht sind das auch wieder nur diese lästigen Glaskörpertrübungen, die vorbei huschen ...

Gruss, Matthias

» Hallo Matthias,
» Zu Deinen ersten Fragen bezüglich Nachtblindheit bzw. Zusammenhang mit der
» Gliose würde ich - infolge der Vielgestaltigkeit der Symptome - bei
» Gelegenheit doch lieber den AA fragen.
» Dort spielt wohl zu viel zusammen und ineinander, als das man hier etwas
» sagen könnte, was für Dich auch Beruhigung oder halbwegs brauchbare
» Laien-Diagnostik wäre.
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» Ich hatte schon viele Jahre vor den NHA den Eindruck, daß mein rechtes
» Auge (das damals bessere) in der Nacht bzw. Dunkelheit schlechter sieht.
» Aber dazu gab es keine Erklärung.
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» Zu Deiner epiretinalen Gliose:
» Bei der Gliose lagern sich Zellen auf der NH-Oberfläche ab und können mit
» der Zeit eine Membran bilden, die u.U. an der NH zieht. So eine
» "Verziehung" bringt aber Sehstörungen mit sich und sicher wird Dein Auge
» auch in Bezug auf eventuelle NH-Risse und -löcher kontrolliert.
» Bei Dir dürfte im Moment also noch gar keine "NH-Deformation" vorliegen -
» eben weil Du noch gut siehst.
» Bei der OP wird dann diese Membran "abgeschält" oder "abgezupft".
» Ich denke, daß im Moment eine Nutzen-Risiko-Abwägung eher sehr
» zugunsten des Risikos ausfallen würde.
» Im Moment siehst Du gut - und wann (oder ob) sich eine Membran bildet,
» weiß niemand.
» Außerdem wäre zu dieser OP eine Vitrektomie nötig und deren Risiken sind
» ja bekannt.

--
Herzliche Grüße,
Matthias

Gliose

Wolfram (DD), Dresden, Friday, 07. November 2008, 07:51 (vor 6348 Tagen) @ Matthias08

Hallo Matthias,
Mit dem Damokles-Schwert hast Du sicher recht - aber irgendwie schwebt das ja über uns allen.

Ich denke, es ist ganz wichtig, daß Dein Auge regelmäßig kontrolliert wird, um Veränderungen rechtzeitig zu bemerken.
Nutzen - Risiko... heute, jetzt, wäre eine OP ein zu großes Risiko. Risse etc. kann man ggf. mit Lasern abriegeln.
Es kann noch sehr lange nichts passieren!

Das mit dem Damokles-Schwert war wirklich ein guter Vergleich.

--
herzliche Grüße aus Dresden
Wolfram

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