nochmal Diosmin, achtung langer Text
Diosmin, Hesperidin
Wie die Rutoside zählen Diosmin und Hesperidin zu den Flavonoiden. Beide kommen hauptsächlich in Zitrusfrüchten vor. Diosmin ist als orales Monopräparat (Hemerven®) und als Kombinationspräparat von mikronisiertem Diosmin und Hesperidin (Daflon® 500) erhältlich. Ähnlich wie Aescin und Hydroxyethylrutoside bewirkt Diosmin unter Versuchsbedingungen eine Zunahme des Venentonus und eine verminderte kapilläre Permeabilität und verfügt über antioxidative Eigenschaften. Die Substanz interferiert mit dem Prostaglandinstoffwechsel und hemmt die Adhäsion von Leukozyten an der Gefässwand. 3.
Frick RW. Angiology 2000; 51: 197-205
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Die Resorptionsrate von Diosmin beim Menschen ist nicht bekannt. Mikronisierte Präparate werden im Tierversuch besser resorbiert als nicht-mikronisierte. Diosmin wird mit einer Halbwertszeit von 11 Stunden aus dem Plasma eliminiert. Die Ausscheidung erfolgt initial über den Urin, später hauptsächlich über die Faeces in Form verschiedener Metaboliten. Genaueres über den Metabolismus ist aber nicht bekannt. 13.
Hitzenberger G. Wien Med Wochenschr 1997; 147: 409-12
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Die Wirksamkeit eines mikronisierten Diosmin/Hesperidin-Präparates wurde in mehreren placebokontrollierten Studien bei Personen mit chronischer venöser Insuffizienz untersucht. Die Resultate von drei dieser Studien zeigten zusammengenommen eine signifikante Abnahme der Knöchelumfänge und der Beschwerden bei 183 Personen. 14.
Geroulakos G, Nicolaides AN. Angiology 1994; 45 (6 Pt 2): 549-53
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In einer anderen Studie bei 104 Personen wurden drei verschiedene Dosierungen des gleichen Präparates (1-, 2- oder 4mal 450/50 mg täglich) verglichen. Dabei wurden Ödeme und Symptome in allen Gruppen in ähnlichem Ausmass vermindert. 15.
Belcaro G et al. Int J Microcirc 1995; 15 (Suppl 1): S45-9
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Dass keine Dosisabhängigkeit gezeigt werden konnte, steht in einem gewissen Widerspruch zu einer anderen Doppelblindstudie, in der ein mikronisiertes Präparat mit Diosmin/Hesperidin (2 mal 450/50 mg täglich) wirksamer erschien als ein nicht-mikronisiertes Diosmin (2 mal 500 mg). In der ersten Gruppe wurden über die Behandlungsdauer von 60 Tagen die Knöchelumfänge stärker vermindert und sowohl die behandelnden Ärzte als auch die Behandelten selbst (Zufriedenheit 95% gegenüber 80%) beurteilten das mikronisierte Präparat als wirksamer. 16.
Amato C. Angiology 1994; 45 (6 pt 2): 531-6
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Auch als Adjuvans zur Kompressionstherapie bei venösem Beinulkus wurde Diosmin/Hesperidin (2 mal täglich 450/50 mg) mit Placebo verglichen. In einer Studie bei 105 Personen war die Abheilungsrate in der aktiv behandelten Gruppe zwar grösser, der Unterschied aber nur signifikant in der Untergruppe mit Hautdefekten von weniger als 10 cm Durchmesser (32% gegenüber 13% nach 2 Monaten Behandlung). 17.
Guilhou JJ et al. Int J Microcirc 1997; 17 (Suppl 1): S 21-6
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In den kontrollierten Studien wurden Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nausea und andere gastrointestinale Beschwerden sowie Ekzeme und Pityriasis rosea als unerwünschte Wirkungen registriert, jeweils ohne signifikanten Unterschied zu Placebo. In unkontrollierten Studien wurden bei 7% der Behandelten unerwünschte Wirkungen und 2% Therapieabbrüche registriert. Interaktionen sind keine bekannt. 1.
Passweg J. pharma-kritik 1986; 8: 37-40
weitere Infos auch hier:
http://www.phytodoc.de/news/archiv/heilpflanzen/details/was-koennen-bioflavonoide-aus-der-zitrone-fuer-unsere-gesundheit-leisten/
LG
Peter