Was tun?

Guido, Wednesday, 06. June 2007, 11:09 (vor 6854 Tagen)

Hallo,

meine Mutter (64) bekam vor 2 Monaten grauen Star und große Löcher in der Netzhaut auf einem Auge diagnostiziert. Auf dem anderen Auge wurde beginnender grauer Star diagnostiziert. Ihr wurde am 03. Mai im Virchow-Krankenhaus in Berlin eine neue Linse eingesetzt und am 21. Mai auch im Virchow-Krankenhaus die Netzhaut operiert. Obwohl sie recht starke Schmerzen hatte, wurde sie 4 Tage nach der Operation (am Pfingstsonnabend) entlassen.

Nachdem sie zunächst gar nichts auf dem Auge sehen konnte, stellte sich langsam eine Besserung ein. Die dunklen Flecken im Sichtfeld waren weg. Das Sehen war allerdings insgesamt schlechter als vor der Operation (völlig verschwommen, unscharf). Am Freitag (01. Juni, 11 Tage nach der Operation) hatte sie wieder einen Kontrolltermin bei ihrer normalen Augenärztin. Sie wies die Augenärtin darauf hin, dass die Schmerzen im Auge stärker würden, was die Augenärztin aber mit normalen Wundschmerzen erklärte. Sie hatte mittlerweile beim Sehen auf dem operiertem Auge wieder jede Menge dunkle Flecken im Sichtfeld. Gestern (05. Juni) hatte sie wieder einen planmäßigen Kontrolltermin im Virchow-Krankenhaus. Dabei wurde ein Augeninnendruck von 60 gemessen und laut Aussage des Arztes ist das Loch in der Netzhaut nun größer als vor der Operation. Der diesmal behandelnde Arzt im Virchow-Krankenhaus konnte nicht verstehen, dass der erhöhte Augendruck nicht schon beim letzten Termin bei der Augenärztin aufgefallen ist. Verantwortlich für den erhöhten Augeninnendruck machte der Arzt nun das Medikament Dexamytrex, welches sie aber nun schon 2 Wochen nahm.

Der Arzt im Virchow-Krankenhaus bezifferte die Chancen auf Besserung bei einer erneuten Operation auf ca. 20-30 Prozent. Meine Mutter war vorher - u.a. durch massive Demenzerkrankungen ihrer Eltern - psychisch schon sehr mitgenommen und ist jetzt absolut am Boden. Sie hat auch zum Virchow-Krankenhaus kein richtiges Vertrauen mehr und zu Ihrer Augenärztin schon gar nicht. Was tun> Kann irgendwer einen guten Augenarzt in Berlin empfehlen>

Hat man eigentlich das Recht auf Aktenherausgabe, wenn man zukünftig lieber in einem anderen Krankenhaus behandelt werden möchte>

Ich schreibe für meine Mutter, weil sie am Computer nicht fit ist und derzeit wohl ohnehin nichts auf dem Bildschirm lesen könnte.

Ich freue mich über jede Antwort.

Guido


Re: Was tun?

Wolfram (DD), Wednesday, 06. June 2007, 12:59 (vor 6854 Tagen) @ Guido


Als Antwort auf: Was tun> von Guido am 06. Juni 2007 11:09:06:


Hallo Guido,
Gleich zu Deiner letzten Frage: ein Recht auf Aktenherausgabe hat man meines Wissens nicht, wohl aber ein Recht, die Unterlagen kopiert zu bekommen. Aber zu den gesetzlichen Hintergründen habe ich keine ausreichende Ahnung, vielleicht liest Angelika mit.

Es ergeben sich für mich 2 Dinge: grauer Star und Löcher in der NH. Der graue Star sollte durch die künstliche Linse behoben sein. Aber warum ist das NH-Loch nach der OP jetzt sogar größer>
Die OP´n sind erst sehr kurze Zeit her. Schmerzen, erhöhter Augendruck und postoperative Reaktionen (dunkle Flecken etc.) sind da nicht ungewöhnlich.
ABER: ein Augeninnendruck von 60 mm Hg ist sehr hoch und ich meine, dagegen müßte sofort etwas getan werden! Das hat m.A.n. jetzt erst einmal Priorität. Dexamytrex ist meines Wissens ein entzündungs- und infektionshemmendes Medikament (Tropfen oder Salbe). Wenn es der AA als Ursache für den Augendruck sieht, wird er es sicher gegen ein anderes gewechselt und etwas gegen den zu hohen Druck verordnet haben>

Was sollte jetzt bei einer eventuellen OP gemacht werden, daß der AA die Chancen bei nur 20-30% sieht> ICH denke, zuerst muß der Augendruck gesenkt werden - damit werden vermutlich auch die Schmerzen erträglicher. Etwas anderes ist laut Deiner Schilderung im Moment doch nicht akut.

Hoffentlich liest hier jemand aus Berlin mit, der Dir/Euch vielleicht Namen von anderen AÄ empfehlen kann. Uni, Charité> Ich habe leider da keine Erfahrungen.
Daß jetzt das Vertrauen gestört oder gar weg ist, ist verständlich.
Ich drücke Euch die Daumen, daß Ihr bald einen anderen Arzt finden mögt und wünsche Dir und Deiner Mutter alles Gute.
herzliche Grüße
Wolfram

Re: Was tun?

Guido, Wednesday, 06. June 2007, 14:07 (vor 6854 Tagen) @ Wolfram (DD)


Als Antwort auf: Re: Was tun> von Wolfram (DD) am 06. Juni 2007 12:59:15:


Hallo Wolfram,

zunächst vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

«Aber warum ist das NH-Loch nach der OP jetzt sogar größer>»

Ich bin kein AA, aber nach der Beschreibung meiner Mutter würde ich das so verstehen, dass die Operation zunächst nicht unerfolgreich war, aber der nun in kurzer Zeit auf einen sehr hohen Wert gestiegene Augendruck wieder die Schäden an der Netzhaut verstärkt hat. Wäre das möglich> Die dunklen Flecken im Sehfeld waren nach der Operation ja mal weg, sind, seitdem der Augendruck so gestiegen ist, aber wieder da.

«ABER: ein Augeninnendruck von 60 mm Hg ist sehr hoch und ich meine, dagegen müßte sofort etwas getan werden! »

Ja, dagegen gab es gestern Infusionen und ansonsten jetzt Tabletten. Ich vermute nur, dass das Kind durch den sehr hohen Augendruck zwischenzeitlich bereits in den Brunnen gefallen ist. Das als Auslöser verdächtige Medikament wurde jetzt ausgetauscht. Mich wundert nur ein bißchen, dass die Nebenwirkungen erst nach anderthalb Wochen plötzlich so massiv auftreten. Das ist sicher nicht auszuschließen aber vielleicht sollte man auch andere Ursachen in Erwägung ziehen>

Die 20-30% Verbesserungschance bezogen sich auf eine erneute Netzhaut-OP.

Beste Grüße

Guido


Re: Was tun?

Wolfram (DD), Wednesday, 06. June 2007, 15:14 (vor 6854 Tagen) @ Guido


Als Antwort auf: Re: Was tun> von Guido am 06. Juni 2007 14:07:10:


Hallo Guido,
Na das klingt ja schon viel besser. Infusion und Tabletten (Diamox>). Also wird etwas getan! Allerdings muß der hohe Druck eine Ursache haben. Wenn es das Medikament gegen Entzündungen etc. war, wäre der Grund ja gefunden. Und eigentlich müßten mit dem hohen Druck auch die Schmerzen zurückgehen. Aber ich hege ein klein bißchen Zweifel, daß die Nebenwirkungen einen so hohen Druck verursachen - aber ich bin auch kein AA.
Ob der hohe Augendruck die Schäden an der NH verstärkt hat, ist sicher schwer zu sagen, Deine Befürchtung größerer Schäden würde ich aber mal ausschließen. Die große Gefahr besteht immer für die Gefäße und den Sehnervenkopf, der dann irreparabel geschädigt wird, aber dazu ist die verstrichene Zeit m.A.n. zu kurz, die Zellen würden sich ganz sicher wieder regenerieren. (Die Glaukomgefahr = lange Zeit zu hoher Druck bei Beschwerdefreiheit)
Es ist nun die Frage, was bei der NH-OP gemacht wurde. Dadurch könnten sich u.U. die dunklen Flecken im Sehfeld erklären.
Grundsätzlich sind Löcher aber noch kein so akutes Ereignis, was zu sofortigem Handeln zwingt, wie z.B. eine NHA. Vermutlich wollte man auch erst die getrübte Linse wechseln, weil nicht nur die Sicht Deiner Mutter, sondern auch die Sicht des Operateurs in der Gegenrichtung getrübt war.
Aber jetzt wird mir auch die Einschätzung 20-30% OP-Erfolg deutlicher: ein Loch ist da (auch wenn es hart klingt: ein Loch ist ein Loch!), und da kann man - außer verhindern, daß die Ränder weiter reißen und/oder eine NHA eintritt - nicht viel machen.
Nach einiger Zeit kompensiert übrigens das Gehirn das Bild, so daß man selbst die Löcher kaum bemerkt (so geht es mir jedenfalls.)
Herzliche Grüße - bitte auch an Deine Mutter
Wolfram

Re: Was tun?

Guido, Wednesday, 06. June 2007, 14:20 (vor 6854 Tagen) @ Guido


Als Antwort auf: Was tun> von Guido am 06. Juni 2007 11:09:06:


Hallo noch einmal,

ich habe nun noch ein bißchen im Forem gelesen und wundere mich nun zunehmend über Folgendes: Meine Mutter ist am 26.03.2007 zum Augenarzt gegangen, weil sie von einem Tag zum anderen erheblich schlechter auf einem Auge sehen konnte. Da waren dunkle Flecken im Sichtfeld und eigentlich gerade Linien waren nur noch gezackt. Die Augenärztin hat dann grauen Star und große Löcher in der Netzhaut festgestellt und sie sofort zum Virchow-Krankenhaus in Berlin geschickt, wohin sie sich auch noch am selben Tag (also 26.03.) hinbegeben hat.

Dort hat man dann am 03. Mai die Line ausgetauscht und erst 7 Wochen nach der Diagnose, nämlich am 21.05.2007 die Netzhaut-OP durchgeführt, weil angeblich vorher kein OP-Termin frei war. Offenbar geht das bei allen anderen deutlich schneller mit dem OP-Termin>

Beste Grüße

Guido


Re: Was tun?

KAtharina, Wednesday, 06. June 2007, 19:56 (vor 6854 Tagen) @ Guido


Als Antwort auf: Was tun> von Guido am 06. Juni 2007 11:09:06:


Hallo, also die Akten bekommt Ihr aus alle Fälle, ich würde ganz schnell an die Charite wechseln, versucht dort einen Termin beim Prof. zu bekommen, auch wenn Ihr den selber zahlen müßt.
Das Dexamytrexhat dann wohl den Augendruck hochgetrieben, mir geht das mit Kortisonhaltigen Tropfen und Salben so, kommt nicht sooo oft vor, aber egal. Das der AA den Druck nicht gemessen hat ist mir absolut unverständlich, denn das ist doch IMMER Routine beim AA, nach so einer Op erst recht, und bei Schmerzen sowieso. Also, da würde ich nicht mehr hingehen! Einen anderen AA kann ich aber leider nicht empfehlen.
Laßt Euch die Akten geben und ab in die Charite!
Alles Gute
KAtharina


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