@rop
Carolin, Tuesday, 18. September 2007, 23:12 (vor 6755 Tagen)
Hallo rop,
ich habe einmal eine kurze Frage an Dich. Vor einiger Zeit hast Du hier etliches zur Schwerbehinderung/GdB...geschrieben. Dbei u.a. das man nicht auf die depressive Schiene gehen sollte, weg. möglicher EU/EM-Rente. kannst Du das bitte noch mal erklären>
LG
Carolin
Re: @rop
KAtharina, Wednesday, 19. September 2007, 09:43 (vor 6754 Tagen) @ Carolin
Als Antwort auf: @rop von Carolin am 18. September 2007 23:12:40:
Würde mich auch interessieren, denn darauf habe ich in zusammenhang mit meinen Augen die 50% Schwerbehinerung anerkannt bekommen.
LG KAtharina
Re: @rop
rop, Wednesday, 19. September 2007, 22:17 (vor 6754 Tagen) @ KAtharina
Als Antwort auf: Re: @rop von KAtharina am 19. September 2007 09:43:13:
Hallo Ihr beiden und der Rest des Forums,
mir wurde nur gesagt, dass man dann die Depression quasi für immer in den Akten habe... und so war es auch, wie ich bei einem GdB-Widerspruch festgestellt habe.... und jemand, der wirklich als depressiv eingestuft wird, wird ja dann, wie soll ich es ausdrücken, bei einer Erwerbsminderung oder Betriebliches Eingliederungs-Management BEM nach 6 Wochen Krankheit oder bei Versuchen, den Arbeitnehmer anderswo einzuzsetzen, der wird ja für in Zukunft weniger fit angesehen als jemand, der die Depression nicht in den Akten hat...
Ist jetzt etwas durcheinander. So viel wie ich jetzt Pi mal Daumen rausbekommen habe, muss jemand noch wenigstens 50 % Leistung erbringen können, um noch erwerbsfähig zu sein, und da tut sich eine in den Akten stehende Depression auch nicht so gut.
Sonst mal den Betriebsrat fragen /Schwerbehindertenbeauftragten ...
Bitte gern korrigieren an die Spezialisten hier, die das schon kennen!
lg rop
Re: @rop
KAtharina, Thursday, 20. September 2007, 11:25 (vor 6753 Tagen) @ rop
- kein Text -
Re: @rop/Katharina
Carolin, Friday, 21. September 2007, 17:57 (vor 6752 Tagen) @ KAtharina
Als Antwort auf: Re: @rop von KAtharina am 20. September 2007 11:25:21:
Hallöchen,
ich denke die Problematik ist z.B. bei einer Umschulung etc. Da wird das Amt genau hinschauen in wen investiert wird.
Carolin
Re: @rop / Depression und "depressive Schiene"
Ursula (NRW), Thursday, 20. September 2007, 11:34 (vor 6753 Tagen) @ rop
Als Antwort auf: Re: @rop von rop am 19. September 2007 22:17:30:
Hallo Zusammen.
Das Thema Depression ist m.E. ein sehr heikles und sensibles Thema.
Beim Ausdruck " auf die depressive Schiene gehen", zucke ich stets zusammen. Es hört sich so an, als ob man ein Leiden aufpuscht, vortäuscht, oder ähnliches. Da frage ich mich ernsthaft, warum gerade der Aspekt hier im Forum so wichtig und umfassend ist, dass man sich hier neben der fachlichen Info eben den seelischen Zuspruch holen kann, den man sonst nicht bekommt. Wer von uns ist denn wirklich frei davon, dass uns neben der Augenerkrankung auch seelische Verstimmungen / psychische Angeschlagenheit zeitweise schwer zu schaffen macht> Ich glaube, jeder hier kämpft mehr oder weniger damit.
Vielen ist nicht klar, dass eine Depression eine ernste Erkrankung mit weitreichenden Folgen ist. Wenn eine Depression vorliegt, bedarf der Betroffene eines besonderen Schutzes analog zu unserer Augenerkrankung, wo wir doch dafür kämpfen, dass uns Erleichterung und Hilfsmittel, also Unterstützung jeder Art, gegeben wird. Bei seelischen Erkrankungen ist dies genauso der Fall. Die Leistungsfähigkeit ist einfach eingeschränkt. Kann sich aber auch wieder bessern bzw. stabilisieren.
Natürlich bedeutet sie in der Praxis einen besonderen Makel. Wenn einer Krebs hat, darf er angeschlagen sein. Bei einer seelischen Erkrankung nicht.
Vielleicht als Buchtip: Das andere Augenbuch, von Prof. Ilse Strempel, die den Zusammenhang von Augenerkrankungen und seelischen befindlichkeiten/Erkrankungen beleuchtet, ist sehr hilfreich.
Noch ein Faktum: Eine Erwerbsminderungsrente bekommt man dann, wenn man weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kann. Das kann z.B. bei einer Arbeitsüberprufung in einem Berufsförderungswerk festgestellt werden (war bei mir so). Bei meinem Rentenantrag musste ich dann zu einer sehr ausführlichen Untersuchung beim Gutachter; diese Ärztin hat eine komplette Anamnese bzgl. Lebenslauf, soziale Beziehungen, Arbeitsumfeld, Erkrankungen ... gemacht. Und daraufhin wurde mir eine befristete Rente bewilligt. Es war ein richtiger "Striptease", und nichts mit "auf Psyche machen" oder "depressive Schiene gehen".
Für mich ist das Fazit: Es muss alles zusammen betrachtet werden, und wenn dann eben eine Pause im Arbeitsleben notwendig ist, dann ist sie eben notwendig. Wichtig ist für mich meine Gesundheit und deren Erhaltung. Meinen beruflichen Weg und meine "Karriere" habe ich mir anders vorgestellt.
Liebe Grüße an alle
Ursula
Depression und "depressive Schiene"
Wolfram (DD), Thursday, 20. September 2007, 12:02 (vor 6753 Tagen) @ Ursula (NRW)
Als Antwort auf: Re: @rop / Depression und "depressive Schiene" von Ursula (NRW) am 20. September 2007 11:34:29:
Hallo Ursula,
GENAU! Das Problem ist m.A.n. immer die Verwendung der Begriffe. Eine "Depri-Phase" hat jeder mal mehr oder weniger - aber das ist ein Unterschied zu einer echten Depression.
Depressionen sind sehr vielgestaltig und eigentlich ist die begriffliche Anlehnung in "Depri-Phase" grundfalsch! Das wird leider oft auch von Ärzten mißdeutet.
Die Depression i.e.S. ist eine ernstzunehmende Erkrankung und nicht mit der Variante "da mehme ich eben mal ein Antidepressivum" (weil man bei einigen echten Depressionen zu dieser Entscheidung selbst gar nicht mehr in der Lage ist!!) zu behandeln. Viele als "depressiv" eingestufte Menschen haben entweder Ängste, Panikattacken, Zwänge, anlaßbezogene Mißstimmungen oder Phobien - und selbst das wird viel zu oft in einen Topf geworfen.
"Depressiv" wird heute viel zu oft gebraucht, wo es gar nicht hinpaßt. Die früher eher verwaschene (und heute verpönte) "vegetative Dystonie" war da viel passender. Eine zeitweilige Niedergeschlagenheit ist in diesem Sinne keine Depression!!
Ich wünsche uns also allen, daß wir usere "depri-Phasen" schnell überstehen und in den Griff bekommen - aber daß niemand eine Depression bekommen möge!!
Herzliche Grüße
Wolfram